Weiterentwicklung

Der damals scheidende Referent des Zentrums für Mission und Ökumene für den christlich-islamischen Dialog, Detlef Görrig, fragte 2012 in Breklum: 

Vielleicht war RvK seiner Zeit nicht nur voraus, sondern ist von der Zeit teilweise auch überholt?

Ja, das kann gar nicht anders sein. So viel Reinhard von Kirchbach uns auch heute zu sagen hat, so wenig können wir ihn kopieren. Es gilt, seine Ansätze weiterzuentwickeln. Es gilt, zu dem, was ihm wichtig war, auch andere zu hören und womöglich selber neue Schritte zu wagen und Einsichten zu gewinnen. Davon soll an dieser Stelle nach und nach berichtet werden.

Formen regelmäßiger interreligiöser Begegnungen in Neumünster und Flensburg: Noch zu Lebzeiten von RvK konstituierte sich 1994 in Neumünster „Muslime und Christen im Gespräch“ mit monatlichen Treffen, die viele Jahre bestanden. Lesen Sie dazu den Aufsatz „Moslems und Christen im Gespräch“ aus dem Gründungsjahr und das „Referat zum 20 Jubiläum.“ Beide Treffen finden heute nicht mehr statt.
In Flensburg sind die seit 2006 (bisher bis 2017) jährlich im November stattfindenden „Friedensfühler“ von R. v. Kirchbachs interreligiöser Spiritualität beeinflusst. Dabei wandern deutsche und dänische Christen, Juden und Muslime während eines Spätnachmittags im November von Kirche zu Moschee zu Gemeindehaus und besuchen sich dadurch gegenseitig. Anders erlaubt der Nachmittage der Begegnung der Kulturen und Religionen an den Pfingstmontagen“, der seit zehn Jahren in der Christuskirche Mürwik stattfindet, dass Gläubige aus Migrantengemeinden und Einheimischen beieinander sind im Beten, Singen, Erzählen, Sich Zeigen, Unterhalten und Tanzen. Der Beitrag „Und taten ihre Schätze auf“ bietet Praxisvorschläge für interreligiöse Feiern. 

Der „Gelebte interreligiöse Dialog“ entwickelt sich weiter. Das Treffen im Mai 2013 in Cessy, Frankreich/Schweiz blickte zurück und nach Vorn. Die Ertrag ist hier in English als „Joint Statement“ und in Deutsch als „Gemeinsame Erklärung“ nachzulesen. Er enthält eine Wertung der früheren Dialogtreffen mit Reinhard von Kirchbach und Vorschläge für eine Weiterentwicklung. In den Jahren 2015 bis 2018 gab es in diesem Sinne in Frankreich auf dem Anwesen „La Garde“ von Friedrich von Kirchbach (Sohn)  viertägige Treffen, die sich nicht mehr als Fortsetzung des bisherigen sondern aus Weiterentwicklung bzw. Neuanfang verstehen.  2015 gab Michael Möbius eine Einführung zum Thema „Suche nach einer Spiritualität in Zeiten des Klimawandels  („Looking for a spirituality facing the climate change“). 2016 sammelten die Teilnehmer ihre Gedanken zu einer Spiritualität im Alltag“ in einer Art Mobile: „For our Everyday Spirituality Mobile“ (English – Deutsch). Der teilnehmende Qaker Edward Dommen antwortete so: „Everyday spirituality, how do I go about it?“ und Friedrich von  Kirchbach: „How I define Everyday spirituality for me“. Seit 2015 ist „Everyday Spirituality“ (Alltagsfrömmigkeit) das übergeordnete Thema,jedes Jahr durch ein besonderes Thema ergänzt wie „nature“ (2016), „art“ (2017), „economic behaviour“ (2018) und „food“ (2019). La Garde findet man hier: http://www.domainedelagarde.fr/